• Wedding à la carte

Verschoben ist nicht aufgehoben

«Rollende Planung», das ist für mich der bezeichnende Begriff für das Jahr 2020. Alles, was in der Vergangenheit sicher und planbar war, wurde zum Spiessrutenlauf – auch heiraten. Entsprechend waren die Brautpaare laufend mit Fragen beschäftigt wie: Können wir die Hochzeit durchführen, und wenn ja, mit wie vielen Gästen? Gilt eine Maskenpflicht? Können wir uns umarmen oder müssen wir an unserem grossen Tag auf die Zuwendung unserer Familie verzichten? Was geschieht, wenn es unter den Gästen Corona-Positive gibt?




Auch wir Hochzeitsplaner mussten

uns in diesem Jahr immer wieder aufs

Neue mit diesen und anderen Fragen

auseinandersetzen. Schon im Februar

haben die ersten begonnen, die aktuelle

Lage mit den Brautpaaren zu besprechen.

Doch niemand ahnte, was uns noch erwarten würde. Dank frühem Reagieren und kulanten Dienstleistern konnten die Brautpaare mehrheitlich ohne (zusätzlichen) finanziellen Schaden ihre Hochzeit verschieben oder absagen. Doch das, was im Frühsommer galt, ist jetzt bereits wieder Geschichte.


Auch im Lehrgang zum dipl. Hochzeitsplaner

und unter den Absolventen und Diplomanden war das Thema Corona omnipräsent und eine grosse Herausforderung, die es zu meistern galt. So auch bei Filomena Luongo von Menalu Weddings & Events und ihrer auf Juli 2020 angesetzten Diplomhochzeit: «Diese Zeit war für das Brautpaar wie auch für mich sehr emotional und aufreibend; geprägt von Unsicherheit und mit vielen Fragen belastet, auf die niemand wirklich eine Antwort hatte. Mir war es wichtig, mich oft und intensiv mit dem Brautpaar auszutauschen, um Sicherheit zu geben und zur Seite zu stehen. Das wurde sehr geschätzt.» Und irgendwann drängte sich unausweichlich die grosse Entscheidung auf: Hochzeit durchführen oder verschieben? Damit kamen neue Fragen auf den Tisch. Was bedeutet das, Hochzeiten auf 2021 zu verlegen? Sie ahnen es: Die Nachfrage ist immens, und die Brautpaare müssen auf andere Wochentage und andere Locations ausweichen. Vielleicht müssen sie sogar die Jahreszeit wechseln. Die anderen Brautpaare, die sich für eine Durchführung entschieden, mussten hingegen Einschränkungen in Kauf nehmen und auch mit der Furcht einer Verschärfung der Regeln leben. Filomenas Brautpaar entschied sich dagegen. «Es ist der Braut und dem Bräutigam nicht leichtgefallen, ihre Hochzeit auf 2021 zu verlegen.» Einen positiven Aspekt hielt diese Entscheidung für das Paar dennoch bereit: Es konnte seine Traumlocation buchen, die 2020 bereits ausgebucht war.


Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Lage weiterhin unsicher bleibt und niemand abschätzen kann, was sich in den nächsten Wochen und Monaten ereignen wird. Jetzt stehen die Brautpaare wieder vor einer Gabelung: Wie weiter mit der Planung, oder gar nochmals verschieben? Wieder wird diese Entscheidung nicht einfach fallen. Doch Filomena und ich möchten den Brautpaaren vier Tipps für ihre aktuelle Lage mitgeben:

• Wartet möglichst lange mit dem Versenden der Einladungskarten, so bleibt ihr flexibel. Ihr könnt die Hochzeit in Bezug auf die Gästeanzahl und das Hochzeitsdatum noch anpassen.

• Bucht alle gewünschten Dienstleister für das vorgesehene Datum und besprecht bereits das Vorgehen im Falle einer Verschiebung. Prüft dabei besonders die Annullationsbedingungen und bucht eventuell auch ein Alternativdatum mit.

• Legt für eure Entscheidung eine Frist fest – das wird euer «Point-of-no-return». Wägt alle Pros und Kontras ab und trefft anhand diesen weitere Massnahmen.

• Nur ihr als Brautpaar bestimmt, unter welchen Bedingungen ihr heiraten möchtet und welche Einschränkungen für euch passen. Lasst euch nicht zu etwas drängen.


Kolumne, publiziert in der Swiss Wedding.

Fotografie: ©Bildlichversprochen | Dekoration|Floristik: ©Kates Wedding

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